Eigenkapital beim Hauskauf – wie viel brauche ich wirklich?

Die Wahrheit über die 20-Prozent-Regel und was Banken tatsächlich erwarten.

„Mindestens 20 Prozent Eigenkapital" – diesen Ratschlag hört jeder, der eine Immobilie kaufen will. Aber stimmt das noch? Und was zählt überhaupt als Eigenkapital? Hier bekommst du klare Antworten.

Was zählt als Eigenkapital?

  • Guthaben auf Spar- und Tagesgeldkonten
  • Wertpapiere und Fonds (zum aktuellen Kurswert)
  • Bausparverträge (Guthaben + Darlehensoption)
  • Schenkungen und Erbschaften
  • Eigenleistungen am Bau („Muskelhypothek", meist max. 15 % anerkannt)
  • Bereits abbezahlte Immobilien als Sicherheit

Nicht als Eigenkapital anerkannt: Dispo-Rahmen, Konsumkredite, geliehenes Geld ohne Nachweis.

Die echte Rechnung: EK-Bedarf am Beispiel

Bei einem Kaufpreis von 300.000 € in NRW (Grunderwerbsteuer 6,5 %):

PositionBetrag
Grunderwerbsteuer (6,5 %)19.500 €
Notar + Grundbuch (~2 %)6.000 €
Makler (3,57 % Käuferanteil)10.710 €
Kaufnebenkosten gesamt36.210 €
+ 20 % vom Kaufpreis60.000 €
Empfohlenes Eigenkapital96.210 €

Berechne die Nebenkosten für dein Bundesland mit unserem Nebenkostenrechner.

Warum 20 % empfohlen werden

Der Grund ist einfach: Je mehr Eigenkapital, desto besser der Zinssatz.

Banken stufen das Risiko nach dem Beleihungsauslauf ein – das Verhältnis von Kredit zum Immobilienwert. Die Schwellen:

  • Unter 60 %: Bester Zinssatz – du finanzierst weniger als 60 % des Wertes
  • 60-80 %: Gute Konditionen, Standardfall
  • 80-90 %: Zinsaufschlag, aber machbar
  • Über 100 % (Vollfinanzierung): Deutlicher Aufschlag, nur bei sehr guter Bonität

Der Unterschied kann 0,3-0,8 Prozentpunkte ausmachen. Bei 250.000 € Kredit und 20 Jahren sind das 10.000-25.000 € mehr Zinsen.

Geht es auch mit weniger Eigenkapital?

Ja – unter bestimmten Bedingungen:

  • Minimum: Die Kaufnebenkosten solltest du immer aus eigener Tasche bezahlen können (~10-15 % des Kaufpreises)
  • Vollfinanzierung (100 %): Möglich bei hohem, sicherem Einkommen (Beamte, Ärzte) und guter Schufa
  • 110-%-Finanzierung (inkl. Nebenkosten): Selten, teuer, hohes Risiko – nicht empfehlenswert

Eigenkapital aufbauen – realistische Strategien

  • Sparplan: 500 €/Monat auf Tagesgeld = 30.000 € in 5 Jahren (ohne Zinsen)
  • ETF-Sparplan: Höhere Rendite, aber Kursrisiko – nur bei Zeithorizont 5+ Jahre
  • Bausparvertrag: Niedrige Zinsen, aber staatliche Förderung (Wohnungsbauprämie)
  • Familienkredit/-schenkung: Häufigste Quelle für Erstkapital – frühzeitig ansprechen

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Jede Situation ist anders. Berechne, wie viel Eigenkapital du für deinen Wunsch-Kaufpreis brauchst:

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Stand: March 2026 – Alle Angaben ohne Gewähr. Dieser Artikel stellt keine Finanzberatung dar.