Was bleibt vom Nebenverdienst?
Steuern, Gewerbesteuer und Umsatzsteuer für dein Nebengewerbe – und der Stundenlohn, der nach Abzug aller unbezahlten Arbeitszeit wirklich übrig bleibt.
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Kreditrahmen berechnenSteuerwerte Stand: 4. September 2026 · Alle Annahmen und Quellen
Warum der Stundenlohn fast immer niedriger ist als gedacht
Die meisten Rechner teilen den Umsatz durch die Stunden, die auf der Rechnung stehen. Das ergibt eine schöne Zahl – und eine falsche. Wer nebenberuflich arbeitet, verbringt einen erheblichen Teil der Zeit mit Dingen, die niemand bezahlt: Kundenanfragen beantworten, Angebote schreiben, zum Termin fahren, Belege sortieren, die Einnahmenüberschussrechnung erstellen.
Dieser Rechner verlangt deshalb beide Zahlen. Die Erfahrung zeigt: Bei Dienstleistungen kommen auf drei bezahlte Stunden schnell ein bis zwei unbezahlte. Wenn dein echter Stundenlohn dann unter dem liegt, was du im Hauptjob netto pro Stunde verdienst, ist das ein Grund, die Preise zu erhöhen – nicht, mehr Stunden zu arbeiten.
Der Härteausgleich: bis 410 € steuerfrei
Eine Regel, die kaum ein Rechner kennt und die gerade bei kleinen Nebenverdiensten den Unterschied macht: Nach § 46 EStG bleiben Nebeneinkünfte bis 410 € im Jahr komplett steuerfrei, wenn du daneben Arbeitslohn beziehst. Zwischen 410 € und 820 € wird der Freibetrag gleitend abgeschmolzen, darüber entfällt er ganz.
Das bedeutet: Ein Nebenverdienst von 400 € Gewinn im Jahr kostet dich keine Steuer. Bei 900 € Gewinn zahlst du dagegen auf den vollen Betrag. Der Sprung dazwischen ist gewollt und heißt deshalb Härteausgleich – die Gleitzone verhindert, dass ein Euro mehr Gewinn plötzlich hundert Euro Steuer auslöst.
Gewerbesteuer ist selten das Problem
Viele schrecken vor dem Nebengewerbe zurück, weil sie Gewerbesteuer fürchten. In der Praxis ist das meist unbegründet. Zunächst gilt ein Freibetrag von 24.500 € Gewinn – darunter fällt gar nichts an. Und darüber greift die Anrechnung nach § 35 EStG: Das 3,8-Fache des Gewerbesteuermessbetrags wird direkt von deiner Einkommensteuer abgezogen.
Unterm Strich heißt das: Bis zu einem Hebesatz von etwa 400 % – dem Bundesdurchschnitt – zahlst du effektiv fast keine zusätzliche Steuer. Erst in Gemeinden mit deutlich höheren Hebesätzen bleibt ein spürbarer Rest hängen. Freiberufler nach § 18 EStG, also etwa Texter, Entwickler, Designer, Übersetzer oder Dozenten, sind von der Gewerbesteuer ohnehin ausgenommen.
Kleinunternehmer oder Regelbesteuerung?
Die Kleinunternehmerregelung nach § 19 UStG befreit dich von der Umsatzsteuer, solange dein Umsatz im Vorjahr unter 25.000 € lag und im laufenden Jahr 100.000 € nicht übersteigt. Wichtig: Wird die Grenze im laufenden Jahr gerissen, endet die Regelung sofort – nicht erst zum Jahreswechsel.
Ob sie sich lohnt, entscheidet deine Kundenstruktur. Verkaufst du an Privatkunden, zahlen die einen Endpreis; ohne Umsatzsteuer bleibt dir davon mehr. Verkaufst du an Unternehmen, ist denen die Umsatzsteuer gleichgültig – sie ziehen sie als Vorsteuer ab. Dann ist die Regelbesteuerung oft besser, weil du deinerseits die Vorsteuer aus deinen Ausgaben zurückholst. Der Rechner vergleicht beide Varianten mit deinen Zahlen.
Woran du im zweiten Jahr denken musst
Der klassische Schockmoment: Im ersten Jahr zahlst du die Steuer auf den Nebenverdienst mit der Steuererklärung nach. Im zweiten Jahr kommt zusätzlich die Vorauszahlung nach § 37 EStG – das Finanzamt verlangt dann quartalsweise Abschläge auf das laufende Jahr, während gleichzeitig die Nachzahlung fürs Vorjahr fällig wird. In Summe kann das im zweiten Jahr fast die doppelte Belastung bedeuten.
Deshalb weist der Rechner eine Rücklage aus. Leg das Geld beiseite, sobald es hereinkommt – auf ein separates Konto, nicht aufs Girokonto. Wer die Steuer aus dem laufenden Cashflow zahlen will, gerät fast zwangsläufig in Schwierigkeiten.
Häufige Fragen zum Nebenverdienst
Wie viel Steuern zahle ich auf meinen Nebenverdienst?
Der Gewinn wird zu deinem übrigen Einkommen addiert und mit deinem persönlichen Grenzsteuersatz belastet – nicht mit dem Durchschnittssatz. Bei 45.000 € zu versteuerndem Einkommen sind das rund 33 %. Ausnahme ist der Härteausgleich: Nebeneinkünfte bis 410 € bleiben steuerfrei.
Ab wann muss ich Gewerbesteuer zahlen?
Erst ab 24.500 € Gewinn. Und selbst dann bleibt durch die Anrechnung nach § 35 EStG bis etwa Hebesatz 400 % kaum etwas hängen. Freiberufler zahlen gar keine Gewerbesteuer.
Lohnt sich die Kleinunternehmerregelung?
Bei überwiegend Privatkunden ja, bei Geschäftskunden meist nicht – dort ist der Vorsteuerabzug mehr wert. Der Rechner vergleicht beide Varianten mit deinen konkreten Zahlen und nennt dir die Differenz.
Was ist mein echter Stundenlohn im Nebenjob?
Gewinn nach Steuern geteilt durch alle Stunden – inklusive Akquise, Buchhaltung und Fahrzeiten. Genau das rechnet dieses Tool aus, und genau deshalb fällt das Ergebnis oft ernüchternd aus.
Muss ich meinen Arbeitgeber informieren?
In der Regel ja. Die meisten Arbeitsverträge enthalten eine Anzeigepflicht für Nebentätigkeiten. Ein generelles Verbot wäre unwirksam, aber dein Arbeitgeber darf untersagen, was ihn konkret beeinträchtigt – etwa Tätigkeit für einen Wettbewerber oder eine Belastung, die gegen die Höchstarbeitszeit des Arbeitszeitgesetzes verstößt. Prüfe deinen Vertrag, bevor du startest.
Muss ich die Krankenkasse informieren?
Ja, wenn du selbstständig tätig wirst. Die Kasse prüft, ob die Tätigkeit nebenberuflich bleibt oder als hauptberuflich einzustufen ist. Bei einer Einstufung als hauptberuflich fallen Beiträge auf den Gewinn an – das kann die Rechnung deutlich verändern. Die Prüfung erfolgt im Einzelfall, feste Grenzwerte gibt es entgegen verbreiteter Darstellung nicht.
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Dieser Rechner liefert eine unverbindliche Modellrechnung und ersetzt keine Steuer-, Rechts- oder Anlageberatung. Steuerberatung ist nach § 5 StBerG den steuerberatenden Berufen vorbehalten. Die tatsächliche Steuerlast hängt von deiner vollständigen Veranlagung ab.