Kaufnebenkosten Saarland: 6,5 % Grunderwerbsteuer

Was kommt beim Immobilienkauf im Saarland zum Kaufpreis dazu? Grunderwerbsteuer, Notar und Makler – mit konkreten Beträgen.

Nebenkosten bei 300.000 € Kaufpreis 36.210 €
Grunderwerbsteuer (6,5 %)19.500 €
Notar & Grundbuch (ca. 2 %)6.000 €
Makler (Käuferanteil)10.710 €

Das entspricht 12,1 % des Kaufpreises. Ohne Makler – etwa beim Direktkauf vom Eigentümer – sinken die Nebenkosten auf 25.500 € (8,5 %).

Kaufnebenkosten im Saarland nach Kaufpreis

Alle Positionen werden prozentual berechnet – die Nebenkosten steigen also proportional mit:

Kaufpreis Grunderwerbsteuer Notar & Grundbuch Makler Summe mit Makler Summe ohne Makler
150.000 € 9.750 € 3.000 € 5.355 € 18.105 € 12.750 €
250.000 € 16.250 € 5.000 € 8.925 € 30.175 € 21.250 €
300.000 € 19.500 € 6.000 € 10.710 € 36.210 € 25.500 €
400.000 € 26.000 € 8.000 € 14.280 € 48.280 € 34.000 €
500.000 € 32.500 € 10.000 € 17.850 € 60.350 € 42.500 €

Saarland: 6,5 % im kleinsten Flächenland

Das Saarland verlangt seit 2015 6,5 % und gehört damit zur teuersten Gruppe – bei gleichzeitig moderatem Preisniveau. In Saarbrücken und im Umland liegen die Quadratmeterpreise deutlich unter westdeutschen Ballungsräumen, was den hohen Steuersatz in absoluten Zahlen abfedert. Wegen der geringen Landesfläche ist die Grenze zu Rheinland-Pfalz (5,0 %) für viele Käufer in Pendeldistanz. Bei 250.000 € Kaufpreis liegen zwischen beiden Ländern 3.750 € – bei praktisch identischer Erreichbarkeit von Saarbrücken.

Provisionsfreie Objekte gezielt suchen

Weil der Steuersatz mit 6,5 % feststeht und Notarkosten gesetzlich geregelt sind, ist die Maklerprovision der einzige wirklich verhandelbare Posten. Sie ist zugleich der zweitgrößte: Bei 250.000 EUR Kaufpreis liegt der Käuferanteil bei rund 8.900 EUR. Ein provisionsfreier Direktkauf vom Eigentümer senkt deine Nebenkosten von etwa 12,1 % auf 8,5 % des Kaufpreises. Im überschaubaren saarländischen Markt lohnt es sich, gezielt nach solchen Angeboten zu suchen und den Suchradius nicht zu eng zu ziehen.

Wo Saarland im Bundesvergleich steht

Mit 6,5 % liegt Saarland auf Platz 15 von 16 (aufsteigend nach Steuersatz). Der Satz gilt seit 2015. Denselben Satz erheben Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein. Am günstigsten ist Bayern mit 3,5 %, am teuersten sind die Länder mit 6,5 %.

Gegenüber Bayern zahlst du bei 300.000 € Kaufpreis 9.000 € mehr Grunderwerbsteuer. Die vollständige Übersicht aller Länder steht im Ratgeber Kaufnebenkosten nach Bundesland.

Woraus sich die Nebenkosten zusammensetzen

  • Grunderwerbsteuer (6,5 %): Ländersache, wird nach dem Notartermin vom Finanzamt festgesetzt. Erst nach Zahlung erteilt es die Unbedenklichkeitsbescheinigung – ohne sie erfolgt keine Eigentumsumschreibung im Grundbuch.
  • Notar und Grundbuch (ca. 2 %): Bundeseinheitlich im GNotKG geregelt und damit nicht verhandelbar. Ein Immobilienkauf ist ohne notarielle Beurkundung nicht rechtswirksam.
  • Maklerprovision (Käuferanteil ca. 3,57 %): Seit Dezember 2020 gilt bei Einfamilienhäusern und Wohnungen das Bestellerprinzip – Käufer zahlen höchstens die Hälfte der vereinbarten Provision. Die Höhe selbst ist frei verhandelbar.

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Häufige Fragen

Wie hoch ist die Grunderwerbsteuer im Saarland?

Sie beträgt 6,5 % des Kaufpreises und gilt in dieser Höhe seit 2015. Bei 300.000 € Kaufpreis sind das 19.500 €.

Wie hoch sind die gesamten Kaufnebenkosten im Saarland?

Mit Makler rund 12,1 % des Kaufpreises, ohne Makler etwa 8,5 %. Bei 300.000 € also 36.210 € beziehungsweise 25.500 €.

Kann ich die Kaufnebenkosten mitfinanzieren?

In der Regel nicht. Banken finanzieren üblicherweise nur den Kaufpreis – die Nebenkosten musst du aus Eigenkapital aufbringen. Einzelne Institute bieten Vollfinanzierungen an, verlangen dafür aber sehr gute Bonität und einen deutlichen Zinsaufschlag. Prüfe deinen Bedarf mit dem Eigenkapital-Rechner.

Wann wird die Grunderwerbsteuer fällig?

Das Finanzamt erhält den Kaufvertrag automatisch vom Notar und verschickt den Steuerbescheid meist innerhalb von vier bis acht Wochen nach Beurkundung. Ab Zugang hast du üblicherweise einen Monat Zeit zu zahlen. Plane das Geld also nicht erst für den Einzug ein – es wird deutlich früher fällig.

Lässt sich die Grunderwerbsteuer senken?

Legal ja, in Grenzen: Bewegliches Inventar wie Einbauküche, Markise oder Sauna zählt nicht zum Grundstück und kann im Kaufvertrag separat ausgewiesen werden – dieser Anteil bleibt steuerfrei. Der Betrag muss realistisch und belegbar sein, das Finanzamt prüft bei auffällig hohen Summen. Als Faustregel gilt ein Anteil bis etwa 15 % des Kaufpreises als unkritisch.

Kaufnebenkosten in anderen Bundesländern

Weiterrechnen: Nebenkostenrechner für deinen konkreten Kaufpreis, Budgetrechner für den Gesamtrahmen und Eigenkapital-Rechner für den nötigen Eigenanteil.

Andreas Günther Geschäftsführer der Northern Dynamic GmbH

Betreibt WievielKredit.de und entwickelt die Rechner dieser Seite. Die Berechnungen folgen den anerkannten Finanzformeln (Annuitätenformel, effektiver Jahreszins nach PAngV); rechtliche Angaben sind mit den jeweils genannten Gesetzestexten belegt.

Zuletzt geprüft und aktualisiert am . Impressum & Kontakt

Grunderwerbsteuer ist Ländersache und kann sich zum Jahres- oder Halbjahreswechsel ändern. Maßgeblich ist der Satz zum Zeitpunkt des notariellen Kaufvertrags. Alle Angaben ohne Gewähr, keine Steuerberatung.