Kaufnebenkosten Sachsen: 5,5 % Grunderwerbsteuer

Was kommt beim Immobilienkauf in Sachsen zum Kaufpreis dazu? Grunderwerbsteuer, Notar und Makler – mit konkreten Beträgen.

Nebenkosten bei 300.000 € Kaufpreis 33.210 €
Grunderwerbsteuer (5,5 %)16.500 €
Notar & Grundbuch (ca. 2 %)6.000 €
Makler (Käuferanteil)10.710 €

Das entspricht 11,1 % des Kaufpreises. Ohne Makler – etwa beim Direktkauf vom Eigentümer – sinken die Nebenkosten auf 22.500 € (7,5 %).

Kaufnebenkosten in Sachsen nach Kaufpreis

Alle Positionen werden prozentual berechnet – die Nebenkosten steigen also proportional mit:

Kaufpreis Grunderwerbsteuer Notar & Grundbuch Makler Summe mit Makler Summe ohne Makler
150.000 € 8.250 € 3.000 € 5.355 € 16.605 € 11.250 €
250.000 € 13.750 € 5.000 € 8.925 € 27.675 € 18.750 €
300.000 € 16.500 € 6.000 € 10.710 € 33.210 € 22.500 €
400.000 € 22.000 € 8.000 € 14.280 € 44.280 € 30.000 €
500.000 € 27.500 € 10.000 € 17.850 € 55.350 € 37.500 €

Sachsen: Erhöhung 2023 von 3,5 auf 5,5 %

Sachsen gehörte bis Ende 2022 gemeinsam mit Bayern zu den beiden günstigsten Bundesländern. Zum 1. Januar 2023 stieg der Satz von 3,5 auf 5,5 % – eine der deutlichsten Erhöhungen der letzten Jahre. Bei 300.000 € Kaufpreis bedeutet das 6.000 € Mehrkosten gegenüber der alten Regelung. Das ist der häufigste Fehler in Ratgebern zu diesem Thema: Sehr viele Seiten führen Sachsen weiterhin mit 3,5 % und unterschätzen die Nebenkosten dadurch erheblich. Wer mit veralteten Zahlen kalkuliert, steht beim Notartermin vor einer vierstelligen Lücke. Günstiger kaufst du im direkt angrenzenden Sachsen-Anhalt oder Thüringen mit jeweils 5,0 %.

Was der Sprung 2023 konkret bedeutet

Wer eine ältere Kalkulation aus der Zeit vor 2023 vorliegen hat, muss sie vollständig neu rechnen. Bei einem Haus für 250.000 EUR stieg die Grunderwerbsteuer von 8.750 EUR auf 13.750 EUR - ein Aufschlag von 5.000 EUR, der zusätzlich aus Eigenkapital kommen muss. Für Kaufverträge, die noch 2022 notariell beurkundet wurden, gilt der alte Satz; maßgeblich ist das Datum der Beurkundung, nicht der Grundbucheintrag oder die Schlüsselübergabe.

Wo Sachsen im Bundesvergleich steht

Mit 5,5 % liegt Sachsen auf Platz 9 von 16 (aufsteigend nach Steuersatz). Der Satz gilt seit 1. Januar 2023. Denselben Satz erheben Bremen, Hamburg. Am günstigsten ist Bayern mit 3,5 %, am teuersten sind die Länder mit 6,5 %.

Gegenüber Bayern zahlst du bei 300.000 € Kaufpreis 6.000 € mehr Grunderwerbsteuer. Die vollständige Übersicht aller Länder steht im Ratgeber Kaufnebenkosten nach Bundesland.

Woraus sich die Nebenkosten zusammensetzen

  • Grunderwerbsteuer (5,5 %): Ländersache, wird nach dem Notartermin vom Finanzamt festgesetzt. Erst nach Zahlung erteilt es die Unbedenklichkeitsbescheinigung – ohne sie erfolgt keine Eigentumsumschreibung im Grundbuch.
  • Notar und Grundbuch (ca. 2 %): Bundeseinheitlich im GNotKG geregelt und damit nicht verhandelbar. Ein Immobilienkauf ist ohne notarielle Beurkundung nicht rechtswirksam.
  • Maklerprovision (Käuferanteil ca. 3,57 %): Seit Dezember 2020 gilt bei Einfamilienhäusern und Wohnungen das Bestellerprinzip – Käufer zahlen höchstens die Hälfte der vereinbarten Provision. Die Höhe selbst ist frei verhandelbar.

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Häufige Fragen

Wie hoch ist die Grunderwerbsteuer in Sachsen?

Sie beträgt 5,5 % des Kaufpreises und gilt in dieser Höhe seit 1. Januar 2023. Bei 300.000 € Kaufpreis sind das 16.500 €.

Wie hoch sind die gesamten Kaufnebenkosten in Sachsen?

Mit Makler rund 11,1 % des Kaufpreises, ohne Makler etwa 7,5 %. Bei 300.000 € also 33.210 € beziehungsweise 22.500 €.

Kann ich die Kaufnebenkosten mitfinanzieren?

In der Regel nicht. Banken finanzieren üblicherweise nur den Kaufpreis – die Nebenkosten musst du aus Eigenkapital aufbringen. Einzelne Institute bieten Vollfinanzierungen an, verlangen dafür aber sehr gute Bonität und einen deutlichen Zinsaufschlag. Prüfe deinen Bedarf mit dem Eigenkapital-Rechner.

Wann wird die Grunderwerbsteuer fällig?

Das Finanzamt erhält den Kaufvertrag automatisch vom Notar und verschickt den Steuerbescheid meist innerhalb von vier bis acht Wochen nach Beurkundung. Ab Zugang hast du üblicherweise einen Monat Zeit zu zahlen. Plane das Geld also nicht erst für den Einzug ein – es wird deutlich früher fällig.

Lässt sich die Grunderwerbsteuer senken?

Legal ja, in Grenzen: Bewegliches Inventar wie Einbauküche, Markise oder Sauna zählt nicht zum Grundstück und kann im Kaufvertrag separat ausgewiesen werden – dieser Anteil bleibt steuerfrei. Der Betrag muss realistisch und belegbar sein, das Finanzamt prüft bei auffällig hohen Summen. Als Faustregel gilt ein Anteil bis etwa 15 % des Kaufpreises als unkritisch.

Kaufnebenkosten in anderen Bundesländern

Weiterrechnen: Nebenkostenrechner für deinen konkreten Kaufpreis, Budgetrechner für den Gesamtrahmen und Eigenkapital-Rechner für den nötigen Eigenanteil.

Andreas Günther Geschäftsführer der Northern Dynamic GmbH

Betreibt WievielKredit.de und entwickelt die Rechner dieser Seite. Die Berechnungen folgen den anerkannten Finanzformeln (Annuitätenformel, effektiver Jahreszins nach PAngV); rechtliche Angaben sind mit den jeweils genannten Gesetzestexten belegt.

Zuletzt geprüft und aktualisiert am . Impressum & Kontakt

Grunderwerbsteuer ist Ländersache und kann sich zum Jahres- oder Halbjahreswechsel ändern. Maßgeblich ist der Satz zum Zeitpunkt des notariellen Kaufvertrags. Alle Angaben ohne Gewähr, keine Steuerberatung.